Demonstration
3. Oktober 
2019 in Kalkar

Krieg beginnt hier! Setzen wir Zeichen für den Frieden!

Mit knapp 300 Teilnehmer* innen ist die Friedens-demonstration in Kalkar am 3. Oktober erfolgreich verlaufen. Mit einem gellenden Pfeifkonzert vor der Von-Seydlitz-Kaserne machten die Demonstrant*innen deutlich was sie von den dort angesiedelten Kommandozentralen der Luftwaffe von Bundeswehr und NATO halten: nichts!

Zuvor hatte Wilfried Porwol aus Kleve aufgezeigt, wie die Bundeswehr in der Region Schülerinnen und Schüler für den Armeedienst ködert. Er erinnerte auch an den Zapfenstreich auf dem Marktplatz, mit dem im letzten Jahr General Wundrak, der ehemalige Kommandeur von Kalkar, in den Ruhestand verabschiedet wurde. Heute kandidiert Wundrak für die AfD. Heiterkeit machte sich breit, als Porwol erläuterte, wie er ein Kriegerdenkmal aus der Nazizeit, das immer noch im Stadtzentrum steht, in einer Nacht- und Nebelaktion in ein Friedensdenkmal umgestaltet hat.
Dann führt der Demonstrationszug ins Zentrum von Kalkar auf den Marktplatz zur Abschlusskundgebung. Leider war eine der Redner*innen, Stefanie Intveen von der DFG-VK erkrankt, sodass nur Teile ihrer Rede verlesen wurden (Vollständiger Text s.u.). Alexander Neu, Bundestagsabgeordneter der LINKEN kritisierte dann in seiner Rede nachdrücklich die Politik der Bundesregierung in den Bereichen Atomrüstung, Konfrontationspolitik mit Russland und in ihrer Haltung zur aktuellen Irankrise. Diese Rede gibt es weiter unten als Videomitschnitt. Dazwischen gab es immer wieder peppige Musik von "Wilder Weizen" aus Düsseldorf. Auch eine Grußbotschaft an die am 5.10. in Kalkar stattfindende Protestkundgebung gegen den AfD-Landesparteitag wurde vorgestellt (Text s.u.)

Mehr Fotos unter https://r-mediabase.eu/kalkar-2019-der-krieg-beginnt-hier/

Hier ein erster Pressebericht aus der Region, der leider die Aufrufer der Demonstration, die ja die Friedensgruppen von Rhein und Ruhr waren, falsch benennt:
lokalkompass kalkar

NRZ: Hunderte Menschen demonstrierten für den Frieden

Die Rede von Alexander Neu bei der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz in Kalkar auf youtube.

Die Rede von Wilfried Porwol vor der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalakr (in Auszügen)

 

  • Hier die Rede von  Stefanie Intveen (DFG-VK, Neue Entspannungspolitik jetzt), die krankheitsbedingt nicht an der Kundgebung teilnehmen konnte, als pdf-Datei.
  • Hier die Rede von Wilfried Porwol (Klever Künstler und Friedensaktivist) vor der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar als pdf-Datei.
  • Die Grußbotschaft an die Protestkundgebung gegen den AfD-Landesparteitag am 5.10.

 


Abrüsten statt Aufrüsten, Friedensperspektiven statt Kriegsplanungen
NATO und Bundesluftwaffe haben den nordrhein-westfälischen Niederrhein in den letzten Jahren umfassend militarisiert. Das Zentrum Luftoperationen und das Combined Air Operation Centre (CAOC) am Doppelstandort Kalkar und Uedem ist neben Stuttgart und Ramstein die dritte zentrale NATO- Drehscheibe auf deutschem Boden für einen möglichen Luftkrieg in Europa. NATO- Militärs halten ihn für gewinnbar!
Das Ziel einer europäischen Friedensordnung ist Bestandteil des Vertrags zur Deutschen Einheit, der Basis für die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Dieser Vertrag wird durch die Militäreinrichtungen von Bundeswehr und NATO ständig gebrochen. Die anhaltenden Spannungen zwischen der NATO und Russland bergen sogar die Gefahr eines neuen, auch atomar geführten Krieges in Europa. Diese Gefahr wird durch die aktuelle Kündigung des INF-Vertrages zum Verbot von Mittelstreckenraketen noch erhöht. 70 Jahre nach ihrer Gründung ist die NATO weiterhin ein Militärbündnis, das mit überlegenen Militärressourcen versucht, seine Interessen weltweit durchzusetzen und vor Krieg nicht zurückschreckt!
Selbst der Einsatz von Atomwaffen gehört zum Szenario, das die Strategen in Kalkar konkret planen. Nicht zuletzt in der vom 8.-10. Oktober 2019 in Essen geplanten Konferenz unter dem Titel: „Die NATO fit machen für zukünftige Kriegseinsätze mit allen Waffengattungen“ wird das sichtbar. Sie wird durch das ebenfalls in Kalkar beheimatete ‚Joint Air Power Competence Centre‘, kurz JAPCC ausgerichtet.
Im Tagungsmaterial heißt es: (nicht Bestandteil des Aufrufs sondern als Infokasten im Flyer)
„Die Integration von Cyber- und Weltraum- gestützten Effekten öffnet einen komplett neuen Werkzeugkasten für den Kommandeur der gemeinsamen Kräfte, um die passende militärische Aktion heraus zu picken, angefangen bei einem Präventivschlag bis zu Reaktionen im Spektrum zwischen nicht-tödlich und tödlich. In dieser Hinsicht können wir darüber streiten, ob die Struktur des gemeinsamen Streitkräfte-Kommandos der Nato immer noch passend ist zu ‚Operationen‘ der Strategie, alle Waffen- und Kampfbereiche miteinander zu verbinden“.
Krieg beginnt am Niederrhein!
Bereits jetzt werden von Kalkar/Uedem aus die Kriegsoperationen der Bundesluftwaffe gesteuert, wie in Afghanistan, Syrien oder in Mali. Auch in der Konfrontation mit Russland spielt die Einrichtung in Kalkar eine zentrale Rolle. Im Fall einer Zuspitzung dieses Konfliktes bergen diese Aktivitäten die Gefahr, dass Kalkar und unser ganzes Land als deren Ausgangspunkt selbst zur Zielscheibe werden.
Militär ist durch die Hochrüstung schon jetzt ein enormer Naturzerstörer auch ohne Krieg. Eine Eskalation der Spannungen zerstört noch mehr Umwelt und Naturschätze u.a. durch die vielen Manöver von NATO und Bundeswehr. Außerdem muss die unglaubliche Verschwendung der finanziellen Mittel beendet werden und in dringend benötigte soziale Maßnahmen und andere wichtige gesellschaftliche Projekte umgelenkt werden.
Damit die Verpflichtungen zum Frieden und zur Abrüstung, wie sie im Vertrag zur Deutschen Einheit enthalten sind, endlich umgesetzt werden, fordern wir:
• Abbau des Zentrum Luftoperationen in Kalkar/Uedem und anderer NATO-Einrichtungen in NRW und deren Umwandlung für zivile Zwecke!
• Keine Kriegseinsätze der Bundeswehr!
• Stopp aller Rüstungsexporte!
• Schritte zur atomaren und konventionellen Abrüstung und Vertrauensbildung!.
• Einvernehmliches Lösen von Konflikten im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)!
• Keine neuen Waffenlager und Hauptquartiere für Truppen- und Kriegsgerät- Bewegungen - weder in Dülmen noch anderswo!
• Nein zu einer EU-Armee und weiterer europäischer Aufrüstung!
• Keine NATO-Kriegsplanungen - weder in Essen noch irgendwo!
• Den Ausbau einer Friedens-Akademie in Kalkar/Uedem, die konkret zivile Konfliktlösungs¬strategien und die Friedenssicherung ohne Militär weiterentwickeln und dem Frieden in Europa dienen soll!
• Stärkung der zivilen Wirtschafts- und Infrastruktur im Raum Kalkar statt des weiteren Ausbaus der Militäranlagen!
Demonstration in Kalkar am 3. Oktober 2019
Auf nach Kalkar, für eine friedliche Zukunft für uns, für Europa und die Welt! Krieg beginnt auch an Rhein und Ruhr - doch Menschen wollen Frieden und Abrüstung!
Friedenstagung in Essen am 28. September 2019
Unter dem Titel „Friedensperspektiven statt Kriegsplanungen" richten wir eine Friedenstagung gegen die Konferenz des JAPCC aus.

KalkarLogoweb2

Demonstration gegen die
Bundeswehr- und NATO- Kommandozentrale 
in Kalkar
03. Oktober 2019,
11:30 Uhr

Abrüsten statt Aufrüsten, Friedensperspektiven statt Kriegsplanungen! 

RednerInnen: Alexander Neu (MdB Die LINKE)
Stefanie Intveen (DFG-VK, Neue Entspannungspolitik jetzt)
Wilfried Porwol (Klever Künstler)

Aktuelles

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    Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will im ersten Quartal des kommenden Jahres über ...
  • Kalkar soll weiter Syrien-Tornados dirigieren
    In der letzten Woche hat die Bundesregierung den Einsatz von Aufklärungs-Tornados in Syrien um ...
  • Busse nach Kalkar klar
    Auch in diesem Jahr fahren wieder Busse aus Köln, Düsseldorf, Oberhausen, Duisburg, Mülheim, Essen ...
  • Flyer und Plakate jetzt bestellen!
    Zur Mobilisierung für die Demonstration in Kalkar am 3.Oktober sind Faltblätter und A3-Plakate ...
  • Konfrontation über der Ostsee
    Die gefährlichen Konfrontationen von Kampfjets der NATO und Russland über der Ostsee gehen weiter. ...
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    Seit Mitte August laufen die Vorbereitungen für die diesjährige Kalkar-Demo auf Hochtouren. ...
  • Kalkar Demo 2018
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